Glocke läuten im Dialog

Die Grundidee zu dieser Performance ist recht einfach: Ich läute eine Handglocke im Dialog mit drei traditionellen Musikern aus der Region. Das Läuten wie auch der Vortrag der Musiker geschieht mit zunehmender Intensität. Die grundsätzliche Linie der Akteure ist ein Beginn aus der absoluten Stille heraus, eine allmähliche Steigerung in Tempo und Lautstärke bis hin zur körperlichen Verausgabung und wieder zurück zur Stille. Die Herausforderung ist es, aus dieser einfachen physischen und musikalischen Aktion ein performatives Bild entstehen zu lassen.

Ich habe diese Performance schon mehrfach Solo aber auch zusammen mit traditionellen Musikern aufgeführt, wie beispielsweise im Jahr 2008 mit Gamelanmusikern auf Bali[1] und Java[2], im Februar 2010 zur Eröffnung des Festivals „National Review of Live Art“ in Glasgow zusammen mit Musikern der schottischen Johnstone Pipe Band[3] oder 2011 mit dem italienischen Akkordeonspieler Daniele Mutino[4].

Der Dialog mit den Musikern erweitert die ursprüngliche Soloperformance zu einem performativen Bild der Begegnung und des Austausches von traditioneller Musik und physischer Aktion.

Mein Ziel ist es, diese Performance mit Musikern unterschiedlicher geographischer wie musikalischer Herkunft zu realisieren.

Bei dieser Performance geht es nicht darum einfach nur einen guten Klang zu produzieren, auch geht es nicht um experimentelle Musik. Ein Gelingen der Performance setzt voraus, dass sowohl die Musiker wie auch der Performer die Grenzen ihres Könnens sowohl in physischer wie auch musikalischer Hinsicht ausloten und in deren Überschreitung zu einem gemeinsamen Bild finden. Diese Aktion stellt in musikalischer, physischer wie auch technischer Hinsicht eine große Herausforderung für die Beteiligten dar.

Der Reiz für die Zuschauer und Zuhörer liegt in der Irritation des Altbekannten und führt in dessen Überwindung und dem gleichzeitigen verhaftet bleiben zu neuen Interpretationen und Erlebnissen eines kulturellen Selbsterkennens. Zwar löst der schon oft gehörte Klang sowie die traditionellen Trachten der Musiker vertraute Gefühle aus, nur dieses Mal transzendieren die Akteure die bekannte Situation: Der Wechsel der Dynamik des Vortrages, der langsame Anstieg des Tempos, die physische Verausgabung der Musiker im Wechsel mit dem massiven Eingreifen der Glocke und der Präsenz des Performers lässt bisherige Grenzen und Bedeutungen sich auflösen und verändern.

Die Glocke vermittelt sich dabei nicht nur klanglich sondern wird in ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung gegenwärtig: Als Instrument im religiösen, zeremoniellen Zusammenhängen bis hin zum Werkzeug, mit dem die Menschen vor gefährlichen Ereignissen gewarnt werden.

Als Material einer künstlerischen Auseinandersetzung ist die Glocke einmalig: Ihre physikalische Hervorbringung (das Läuten) fällt vollkommen mit ihrem Symbolgehalt zusammen. Sie verweist auf nicht anderes als auf sich selbst – und eröffnet damit ein weites Feld möglicher Zuschreibungen seitens der Zuhörer/Zuschauer.

Die Performance eignet sich sehr dazu, ein Festival zu eröffnen.


[1] „Pala Project“, Performance Treffen in Tejakula (Bali, Indonesien)

[2] „Undisclosed territorry #2, Performance Festival in Solo (Java, Indonesien)

[3] „National Review of Live Art“, Performance Festival, Glasgow/Schottland 2010

[4] Museo d’Arte Contemporanea, Rom, 2011

The challenge of this performance is to develop a performative image from the simple physical action to ring a bell with increasing intensity.

This dialogue gives a new quality and dimension to this performance, as traditional music and performative actions meets and creates a space of physical and musical exchange.

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